Lyrics
Ich möchte etwas sagen.
Etwas, was wahrscheinlich
die meisten in uns tragen.
Es geht um Geheimnisse und komplizierte Fragen.
Wir haben uns das Hier
nicht ausgesucht.
Es ist wie ein ungebetener Besuch
oder ein unbezahlter Pflichtberuf.
Am Anfang wirkt das Leben, als wĂŒrden wir an etwas Unbekanntem kleben,
was wir lernen mĂŒssen, im Kindesalter zu beheben.
Irgendwann wÀchst ein VerstÀndnis vom Leben in uns drin
und wir hinterfragen den Sinn.
[Prechorus]
Doch dann hören die meisten bald darauf wieder damit auf.
Aber warum? Ist das nicht recht dumm?
Solang darauf keiner die richtige Antwort weiss,
sollten wir unbedingt aufhören
mit dem undurchdachten Scheiss?
Ich mein, zieht euch das mal rein.
Die Welt ist klein
und wir töten Tiere wie das Schwein.
Wir haben MilliardÀre,
wÀhrend Menschen, die nicht anders sind als wir,
leiden im Jetzt und Hier.
Ist das nicht ganz falsch,
wie das unnötige Essen von Fleisch?
Solang darauf keiner die richtige Antwort weiss,
sollten wir unbedingt aufhören
mit dem undurchdachten Scheiss?
Aber das nur am Rande.
Denn hier ist was viel Schlimmeres im Gange.
Wir leben und töten
und die Vernunft geht dabei flöten.
Was ist aus dem Prinzip geworden:
Niemand sollte irgendwen oder irgendwas ermorden.
Wieso bestimmt ein Einzelner die Werte?
Das zeugt sicher nicht von StÀrke.
Solang darauf keiner die richtige Antwort weiss,
sollten wir unbedingt aufhören
mit dem undurchdachten Scheiss?
Und jetzt zu der wichtigsten Frage von dem Ganzen.
Wohin geht die Reise nach dem Tanzen am Ende
und wieso akzeptiert ein jeder diese Wende?
Solang darauf keiner die richtige Antwort weiss,
sollten wir unbedingt aufhören
mit dem undurchdachten Scheiss?
Die Geschichte dahinter
Als Kind klebt man am Leben wie an etwas Unbekanntem, etwas, das man nicht bestellt hat und trotzdem reparieren soll. Man lernt Regeln, AblÀufe, Moral. Man fragt nach Sinn. Und irgendwann hört man damit auf, nicht weil die Fragen beantwortet wÀren, sondern weil es bequemer ist, sie zu vergessen.
Der Song ist genau an diesem Punkt entstanden. An dem Moment, wo auffĂ€llt, wie absurd selbstverstĂ€ndlich vieles geworden ist. Töten, ausbeuten, anhĂ€ufen, rechtfertigen. Milliarden auf der einen Seite, nacktes Ăberleben auf der anderen. Tiere werden industrialisiert, Menschen kategorisiert, Werte delegiert. Niemand fĂŒhlt sich zustĂ€ndig, aber alle machen mit.
Der Refrain ist kein moralischer Zeigefinger, sondern ein Stoppsignal. Solange wir keine Antwort haben, sollten wir wenigstens aufhören, so zu tun, als hÀtten wir eine. Dieses stÀndige Weitermachen, obwohl klar ist, dass es falsch lÀuft, ist das eigentliche Egozeug. Nicht der einzelne Fehler, sondern das kollektive Wegschauen.
Der Song stellt bewusst keine Lösungen vor. Er stellt Fragen, die wehtun sollen. Warum akzeptieren wir, dass Einzelne ĂŒber Leben, Werte und Tod entscheiden. Warum gilt Gewalt plötzlich als legitim, wenn sie gut verpackt ist. Und warum wird das Ende, der Tod, von fast allen hingenommen, als wĂ€re er ein abgeschlossener Vertrag, den man nicht mehr hinterfragen darf.
âEgozeugâ ist damit weniger Anklage als Spiegel. Ein Text, der nicht sagt, wie man besser sein soll, sondern fragt, warum man aufgehört hat, es ĂŒberhaupt sein zu wollen.

No responses yet